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„Es ist ... der Initiative des Kieler Zarenvereins zu verdanken, dass wir seit seiner Gründung 2008 ein genaueres und umfassenderes Bild von Zar Peter III. erhalten, als es vielfach vorherrscht.“
Anke Spoorendonk, Ministerin für Justiz, Kultur und Europa des Landes Schleswig-Holstein, Januar 2013

 

Was ist der „Kieler Zarenverein“ und welche Ziele haben sich seine Mitglieder gesetzt?
 
Herzog Carl Peter Ulrich von Holstein-Gottorf wurde am 21.2.1728 im Kieler Schloss geboren. 1742 wurde der „Kieler Jung“ auf Geheiß seiner Tante, der russischen Kaiserin Elisabeth, zum Thronfolger des Russischen Reiches ernannt. Als die Zarin 1762 starb, bestieg der Herzog von Holstein-Gottorf als Peter III. den russischen Thron. Nach nur sechsmonatiger Regierungszeit, in der er die rekordverdächtige Anzahl von nahezu 200 Gesetzen und Erlassen zur sozialen und wirtschaftlichen Erneuerung Rußlands auf den Weg brachte, ließ seine Ehefrau, die spätere Kaiserin Katharina II., ihn ermorden, um selbst auf den Thron zu gelangen. Dieser Umsturz wurde von ihr propagandistisch mit diffamierenden Behauptungen über Peter III. begleitet, deren damals beabsichtigte Folgen bis heute - völlig zu Unrecht - das weitgehend negative Bild dieses Zaren prägen.
Der Kieler Zarenverein widmet sich seit seiner Gründung 2008 der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Politik dieses Fürsten. In der  Wanderausstellung „250 Jahre Zar Peter III. von Rußland zugleich Herzog von Holstein-Gottorf 1762 - 2012 - Der Kieler Prinz auf dem Zarenthron“, präsentieren wir die Ergebnisse, um die Öffentlichkeit an diesem interessanten Thema teilhaben zu lassen.
Das politische Ausmaß des Reformeifers Peters III. ist bemerkenswert. Diesem aufgeklärten Fürsten späte Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, verbindet der „Kieler Zarenverein“ mit dem Vorschlag, dem holsteinischen Herzog und russischen Kaiser in Personalunion ein Denkmal im Kieler Schlossgarten zu setzen. Damit würde zudem - nach den leidvollen Ereignissen des 20. Jahrhunderts - das Gemeinsame und Verbindende der deutsch-russischen Geschichte in einer Form gewürdigt werden, die auch von Gästen aus Rußland und  anderen osteuropäischen Staaten als Symbol der Völkerverständigung verstanden werden könnte.