Der Kieler Zar

Bild vom jungen Fürst Peter um 1745
„Ein Denkmal in Kiel für Carl Peter Ulrich - Herzog von Holstein-Gottorf zugleich
Zar Peter III. von Russland e.V.“
 
Die  Beziehungen der schleswig-holsteinisch-gottorfischen Herzöge mit Russland, aus deren Reihen nach Gregorianischem Kalender 1762 der Kieler Prinz, Carl Peter Ulrich, den Zarenthron „aller Reußen“ bestieg (seit 1721 Russländisches Imperium/Rossijskaja Imperia) reichen zurück bis in die Anfänge des 17. Jh. Unter Herzog Friedrich III. reiste im Sommer 1632 über Nowgorod eine Gesandtschaft  zum Zaren Michail Fjodorowitsch nach Moskau, um Erkundigungen einzuziehen, ob das Moskauer Russland bereit wäre, im Tausch gegen Rüstungserzeugnisse und Munition Getreide zu liefern.     
 
    Der Kieler  Carl Peter Ulrich, von 1739  Herzog von Holstein-Gottorf und  nach Julianischem Kalender seit 1761, nach Gregorianischem seit dem 6. Januar 1762,  Alleinherrscher/Samoderzavec Zar/Imperator als  Peter III., erließ gleich nach seiner Thronbesteigung  eine Reihe von mutigen Manifesten/Gesetzen und Verordnungen zur gesellschaftlichen Umgestaltung seines Riesenreichs. In der Außenpolitik bleibt aber das Sonderfriedens-abkommen, das er mit dem Preußenkönig Friedrich dem Großen abschloss,  das bedeutendste Ereignis in seiner nur 186 Tage angehaltenen Regierungszeit, das womöglich  Preußen vor dem totalen Zusammenbruch rettete. Dieses Sonderfriedensabkommen führte auch dazu, dass der mörderische Siebenjährige Krieg, bereits damals als Weltkrieg empfunden, ein Ende fand. Einfach war dieser Schritt für Peter III. nicht, denn unter einigen aus den Reihen  höherer russländischer  Offizierskreise, die den Feldzug gegen Preußen befehligten, wurde dieses  Sonderfriedensabkommen als Verrat am Vaterland empfunden. Russland hatte beim Waffengang gegen Preußen große Siege aufzuweisen. Die russländischen Streitkräfte hielten bereits ganz Ostpreußen und einen größeren Teil Pommern besetzt. Während der  Verhandlungen verhielt sich aber auch Friedrich der Große nicht gradlinig.  Einerseits befürwortete er die Forderungen Peter III. gegenüber Dänemark in Fragen Schleswig, anderseits aber wollte er nicht, dass es zu einer direkten Konfrontation zwischen Russland und Dänemark  kommt. Eines der Hauptanliegen in den Verhandlungen  für Peter III aber war, seinen Besitz im Herzogtum Schleswig zurück zu gewinnen, und bei einem eventuellen Waffengang gegen Dänemark. Friedrich den Großen auf seiner Seite zu wissen           
 
    Zwischen Kiel und der ehemals ostpreußischen Stadt Memel, heute Klaipėda, und zurück verkehren wöchentlich mehrere Fähren, deren Fahrgäste zu 50% Russen oder Russländer sind; und von denen wiederum so mancher in der ehemals ostpreußischen Metropole Königsberg, heute Kaliningrad, seinen Wohnsitz hat. Zwischen den beiden Städten besteht seit 17 Jahren ein Vertrag der  Städtepartnerschaft. Im April 2002 reiste zum zehnjährigen Jubiläum dieser städtepartnerschaftlichen Verbindung  von  Kiel  nach Kaliningrad eine  Delegation von über 100 Teilnehmern, zum Wohl guter nachbarschaftlicher Beziehungen und gedeihlicher wirtschaftlicher Interessen beider Städte und des Landes Schleswig-Holstein zur Kaliningrader Region. Die heutigen Bewohner im einstigen Königsberg sind immer noch auf der Suche nach einer russischen Identität für ihre Stadt Kaliningrad, pflegen inzwischen aber auch die bemerkenswerte kulturelle Vergangenheit Königsbergs, so z. B. steht  das während der Kaliningrader Zeit  errichtetes Denkmal  für den Zaren Peter den Großen, den Großvater des Kieler Prinzen, Carl/Karl Peter Ulrich,  in der Nähe zu dem Instand gesetzten Denkmal für Friedrich Schiller aus Königsberger Zeiten. 1716 machte Peter der Große in Königsberg für längere zeit Station, von wo er dann weiter zum Besuch nach Berlin reiste. Während dieses Besuchs in Berlin wurde ihm auch vom Preußenkönig  Friedrich Wilhelm I. das berühmte Bernsteinzimmer zum Geschenk gemacht, für die  Zusage, bei einer von Friedrich Wilhelm I. befürchteten kriegerischen Auseinandersetzung mit Schweden, ihm wohlwollenden Beistand zu leisten. In Schleswig-Holstein hatte sich Peter der Große bereits in den Jahren 1712/13 aufgehalten. Wie bereits gesagt, der im Schloss zu Kiel geborene  Carl/Karl Peter Ulrich, ab 1739 Herzog von Holstein-Gottorf  und von 1762 zugleich Zar und Kaiser des Russländischen Imperiums als Peter III., war der Enkel dieses bedeutenden Zaren aus Linie der Ehe seiner Tochter Anna Petrowna mit Karl Friedrich – Herzog von Holstein-Gottorf. Nach dem frühen Tod des Zaren Peter II.  - auch er war ein Enkel Peters des Großen, der  Sohn seines Sohnes Alexej Petrowitsch aus der Ehe mit Evdokija/Eudokia, den er als Thronfolger wegen tiefgehender politischer Differenzen hatte zu Tode foltern lassen, und des 1740 gestürzten und inhaftierten Iwan VI. Antonowitsch aus der Braunschweigischen Linie (1740-1764) war der Kieler Herzog die einzige verbliebene männliche Person, in deren Adern  Blut der Zarendynastie der Romanow`s floss - seit seiner Inthronisierung zum Zaren als Peter III.: Dynastie Romanow-Holstein-Gottorf.                        
 
     Dem Kieler Prinzen Carl Peter Ulrich - Herzog von Holstein-Gottorf war es in der tausend Jahre gemeinsamen deutsch-russischer Geschichte beschieden 1761, nach Gregorianischem Kalender am 6. Januar 1762, den Thron des „Zaren-Kaisers „ aller Reußen“ zu besteigen. Er war der Sohn des Herzogs von Holstein-Gottorf, Karl Friedrich, und der Prinzessin/Zarevna Anna Petrowna, der unehelich geborenen  Tochter des russländischen Zaren/ Kaisers (Russländischer Imperator)  Peter des Großen aus der Verbindung  mit Marta Skawronskaja, der späteren Zarin Katharina I. Und wir haben es zu bedauern, dass er bereits nach einem halben Jahr auf dem Zarenthron einem Mordkomplott zum Opfer fiel. Hätten ihm zur Regierung jene 34 Jahre zu Verfügung gestanden,  wie seiner Ehefrau und Nachfolgerin, der Zarin Katharina II., genannt die Große, so wäre die europäische Geschichte anders verlaufen. Denn neben den  unbestrittenen Erfolgen für das Russländische Imperium auf dem Gebiet der Außenpolitik, wie z. B. dem  „Öffnen des Fensters zum Schwarzen Meer“ und  der Expansion nach Westen  durch die drei Teilungen der  „Adelsrepublik Polen-Litauen“, so bedeutete ihre  Herrschaft im Innen des Landes soziale und politische  Stagnation. Alle Staatsgewalt wurde für den Erhalt  der Autokratie, der  Alleinherrschaft des Zartums, und der  menschenverachtenden gesellschaftlichen Konstellation der Leibeigenschaft aufgebracht, um auch jedes durch die Französische Revolution von 1789  nach Russland hinüberschallende Echo über Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit im Ansatz zu ersticken. Als ein leuchtendes Beispiel der Unterdrückung jedes geistigen  Gedankens, der nicht das „adlige Landleben“ pries, sei hier mit dem  Fall Radischtschew/Radiščev angedeutet.
 
     A. N. Radischtschew (1749-1801), Freidenker von hoher Bildung und Schriftsteller, verfasste 1790 in der Form des sentimentalen Reisetagebuchs ein philosophisches Werk mit dem Titel “Von Petersburg nach Moskau“, in dem er mit schärfstem Angriff gegen die Leibeigenschaft und den Absolutismus  ein vernichtendes Panorama der sozialen  und politisch Wirklichkeit Russlands darbot. Das Werk trug ihm die Todesstrafe ein, die dann aber in eine auf zehn Jahre festgelegte Verbannung nach Sibirien umgewandelt wurde. Das Buch „Von Petersburg nach Moskau“ selbst  wurde beschlagnahmt, auf den Index verbotener Schriften gesetzt, und konnte erst nach 1905 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
 
   An der Unterdrückung von Gedankengut, wenn es sich auch nur ansatzweise gegen den autokratischen Absolutismus aussprach, änderte sich auch nicht viel nach der Aufhebung der Leibeigenschaft von 1861. Denn sie wurde, wie gesagt, per Ukas durch den Zaren Alexander II., genannt der Befreier, verordnet, diktiert durch die Niederlage im Krimkrieg von 1853-1856, die deutlich machte, wie rückständig Russland war. Die Aufhebung der Leibeigenschaft erfolgte ohne ein auch nur annähernd durchdachtes Konzept, wie das Riesenreich mit seiner teilweise noch mittelalterlich anmutenden Gesellschaft in die „neue Zeit“ entlassen werden sollte.
 
      Alexander II., folgte auf den Zarenthron im 37. Lebensjahr. Er war der Sohn des Zaren Nikolaus I., der mit seinen Kosakeneinheiten wesentlichen Anteil an der Niederwerfung der Europäischen Revolution von 1848 hatte, was ihm dann den Beinamen  „Gendarm Europas“ zutrug. Er war  plötzlich Mitten im Krimkrieg  gestorben. Eine der Legenden um ihn will es, dass er aus Gramm über die Erkenntnis der  Rückständigkeit seines Kaiserreichs, die im Verlauf des Krieges immer deutlicher wurde, sich das Leben genommen hat. Sein Nachfolger, Alexander II., kam 1881 durch ein Attentat ums Leben, während einer Spazierfahrt durch Petersburg. Der Attentäter  kam aus dem terroristischen Flügel der „Freunde des Volkes/Narodnovol`cy“.        
   
    Erst durch den russisch- japanischen Krieg von 1904-1905, der für Russland auch verloren ging und der zum Krieg als Begleiterscheinung  ausgebrochenen „Russlands erster Revolution“ der Jahre 1905-1907,  sah sich das absolutistische Regime des  Zaren  Nikolaus II., unter der Hand  bereits damals als „der Letzte“ genannt, (Zar seit 1894 bis zur Abdankung durch die Februarrevolution von 1917)  gezwungen,  vom Anspruch der Alleinherrschaft des Zartums   abzurücken und  den Forderungen der Straße nach parlamentarischen Rechten, d. h. nach Mitgestaltung am Staatswesen  durch Volksvertreter in der Reichsduma/Parlament, nachzukommen.  Doch als in den darauf folgenden Monaten, in denen  es der Autokratie noch einmal gelingen sollte, Herr über das Aufbegehren der Straße  zu werden und die gemachten parlamentarischen Zugeständnisse durch die Auflösung der II. Reichsduma von 1907 teilweise wieder zurückzunehmen, da war die Chance  für eine von Grund auf Umgestaltung des absolutistischen Zartums in Richtung einer  parlamentarischen Monarchie, so wie es dem Kieler Prinzen, Cal Petzer Ulrich, als Zar Peter III. Fjodorowitsch  bereits 1762 vorgeschwebt haben mag, für alle Zeiten vertan.
 
     Im Lande mit der zahlreichsten Bevölkerung in Europa etablierte sich jetzt ein Regime, das in  Fachkreisen den Namen  „parlamentarischen Autokratie“ bekam. Um sich weiterhin  an der der Macht zu halten, war es  überwiegend auf  Zuarbeit von konservativen bis reaktionären Kräfte angewiesen, wie der um P. Stolypin (Stolypinščina/ Stolypins Regime) oder der mit Sympathie für die „Schwarzhundertschaften“, russisch  Čërnosotency“, einer Terroristenbewegung, die in den Jahren 1905-1907 als „Beschützer der Monarchie“ im Süden des Landes, besonders in den Regionen um Odessa, Pogrome/Überfälle gegen die dort ansässige jüdische Bevölkerung und politisch Andersdenkende unternahm.
 
    Anderseits: es gab Unruhen an den Hochschulen, denn zu den intellektuellen Kreisen hatten auch sozialistische Ideen verschiedener Richtung Zugang gefunden,  auch die Marxsche Lehre. Der erste Band  Marxens „Kapital“ wurde ins Russische bereits 1872 übertragen. Es gab die die terroristische Bewegung der  „Narodovol´cy/Freier Volkswille“, die aus der Bewegung   „Freunde des Volkes/Narodniki“ hervorgegangen waren, einer Bewegung  junger Leute aus der zweiten Hälfte des 19. Jh., die ihre geistige Nahrung aus den Ideen Rousseau schöpften und davon überzeugt waren, dass das einfache Volk nur aufgeklärt werden müsse, dann wird es sich seine Unterdrücker schon selbst vom Leibe schaffen. Mit dieser Überzeugung zogen sie ins Land zu den Bauern, zum Volk, um die „Wahrheit“ über den Zaren und das Zartum zu sagen. Daher auch ihr Name „Freunde des Volkes“, abgeleitet vom „ins Volk gehen“. Sie scheiterten  mit ihrer Idee. Denn dieselben Bauern, die sie über das, ihrer Meinung nach, korrupte und menschenverachtenden Zartum aufklären  wollten, lieferten sie in vielen Fällen der Polizei aus.
  
   In der Geschichtsschreibung  über die letzten Jahrzehnten des 19. Jh. des zaristischen Russland, bis zum Vorabend des Ersten Weltkriegs, ist ausgemacht,  dass der unter den linksgerichteten Intellektuellen damals verhasste  P. Stolypin, u. a. von 1906-1911 Innenminister, mit seinem durchgreifenden Vorgehen zur Umgestaltung des russländischen  Gesellschaftslebens in Richtung Kapitalismus, für die Autokratie die Rettung gewesen wäre. Stolypin hatte sich bereits davor, noch als Gouverneur von Saratow,  bei der Bekämpfung des revolutionären Aufruhrs der  Jahre 1905-1907  einen Namen als Scharfmacher gemacht; später als Innenminister löste er 1907 die II. Reichsduma/Parlament auf, und bei der Agrarreform, nach seinem Namen auch „Stolypinsche Agrarreform“ genannt, ging er auf der Grundlage einer Reihe von ihm eigens fabrizierter Gesetze, rücksichtslos gegen verarmte Bauern vor. Sein Vorhaben dabei war, die Auflösung des so genannten „Mir“, eine Art gemeinsamer Haftung an Grund und Boden  durch die Dorfgemeinde, ein Überbleibsel  aus der Auflösung der Leibeigenschaft von 1861. Der  „Mir“ garantierte im bestimmten Umfang dem Einzelnen der Dorfgemeinde  das Anrecht an Grund und Boden. Auf Stolypin wurden mehrere  Attentate verübt, die er überlebte. Jedoch  am  2. September 1911 erlag er den Schüssen, die ihm tags zuvor zugefügt wurden, wehrend eines gemeinsamen Besuchs mit Zar Nikolaus II. einer Vorstellung in der Kiewer Oper. Der Attentäter war diesmal  einer jener Doppelgänger, die zugleich dem Umsturz  und der Polizei dienten. Daher sah sich Nikolaus II. auch veranlasst, die gerichtliche Untersuchung des Attentäters zu verhindern.
 
     Übrigens, die Frage des „Mir“ spielte in der Korrespondenz von K. Marx mit  der russländischen Revolutionärin Vera Sasulitsch/Zasulič eine bedeutende Rolle. Mit dem “Mir“ versuchte sie Marx bei der Frage nach dem Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft in Russland hinters Licht zu führen, bzw. ihn davon zu überzeugen, dass der russländische Mužik/Bauer durch den „Mir“ bereits an das kollektive Eigentum  „Mir“ gewohnt sei.   
 
     Bereits seit der zweiten Hälfte des 19. Jh. wurde im Vielvölkerreich Russland (Russländisches Kaiserreich / Rossijskaja Imperija) verstärkte Russifizierungspolitik praktiziert, z. B. wurde in Litauen von 1861 bis 1904 der Gebrauch des Litauischen in der Öffentlichkeit unter Strafe gestellt, die Universität Warschau im so genannten Kongresspolen (gemeint ist der Teil Polens, der durch den Wiener Kongress von 1815 Russland zugeschlagen wurde und zu dessen Statthalter vom Zaren der Großfürst Konstantin Pawlowitsch bestellt wurde; er war der Bruder Alexander I., bzw. der zweitälteste Sohn des Zaren Paul I.), wurde zu einer  russische Universität umgestaltet und die  Ukraine durfte offiziell jetzt  nur  „Kleinrussland/Malorossija“ genannt werden.
 
    Zu Anfang des 20. Jh. schlug diese Russifizierungspolitik zunehmend in einen ostslawischen Nationalismus um, genannt Panslawismus. Und von hier führte der  Weg in den Abgrund, zum Ersten Weltkrieg, einem Krieg, über den in einem bestimmten Zusammenhang Helmut Schmidt, noch als Bundeskanzler, zutreffend gesagt hat: keiner wollte ihn, doch alle haben auf ihn hingearbeitet. Auch Alexander Solschenizyn (1918-2008), wohl der bedeutendste  russische Schriftstellern des 20. Jh., hat in seinem ersten Interview im Westen, das er zu seinem 70.Geburtstag  dem damaligen Chefredakteur des „Spiegel“,  R. Augstein, gewährte, davon gesprochen, dass es zu Beginn des 20. Jh. zwischen Russland und Deutschland überhaupt keinen triftigen Grund zum Krieg gegeben habe, dass  beide Länder nur durch den Druck von Außen, durch Verflechtung von unglücklich zustande gekommener Verträge mit geschlossenen  Augen in die  Gräber des Ersten Weltkriegs marschiert seien. Und in der Tat, wie wieder mal ein russisches Sprichwort besagt: „Ein dummes Beispiel ist ansteckend/Durnoj primer zarazitel`nyj“. Da Russland seit dem II. Nordischen Krieg (1700-1721)  im „Konzert der europäischen Großmächte“ eine dominierende  Rolle spielte, zumindest aus machtpolitischer Sicht gedacht, konnte es nicht ausbleiben,  das sein aus dem Absolutismus abgeleitetes Verständnis ohne Folgen auf seine Nachbarn im Westen blieb.
 
    Da in den Adern Katharinas II. kein einziger Tropfen Romanowschen Bluts floss, sah sie sich gezwungen an alle, die ihr auf den Thron verholfen hatten, Dankesgaben auszuteilen, insbesondere an die Garde und jene  privilegierte Gesellschaftsschicht, über die bereits der große Zar Peter I. geklagt hatte, bzw.  sie als „Schmarotzer“ beschimpfte, wenn er dahinter kam, mit welchen Tricks sie versuchten, sich aus dem Dienst am Staatswesen zu stehlen. Vierzig Jahre später versuchte es sein Enkel, als Zar-Kaiser Peter III., noch einmal anders:  den Adel auf freiwilliger Basis für den Dienst  am Staat zu gewinnen. Mit dem  Manifest/Gesetz  vom 20. Februar 1762  „Über die Auflösung der Dienstpflicht des ganzen russländischen Adels“, wurde der Adel  von dem bis dahin obligatorischen Staatsdienst befreit  und bei Vergehen durfte gegen ihn  körperlichen Strafe angewandt werden. Ein Adliger konnte jetzt  ungehindert ins Ausland reisen sowie in den  Dienst  in einem anderen, Russland nicht feindlich gesinnten, treten.  Per Ukas vom 21. April 1785 erweiterte Katharina II. dieses Manifest noch durch 17 Punkte, u. a. hieß es jetzt:
 „Wir bestätigen für alle Zeiten den Erbgeschlechtern des vornehmen russischen Adels Freiheit und Unabhängigkeit“. Auch „die Ehre“ und „Untastbarkeit des Lebens und des Besitzes des Adligen wurde mit diesem Manifest garantiert. So etablierte sich der Adel während der Regierungszeit Katharinas II. zum beherrschenden Stand. Dem adligen Gutsbesitzer wurde jetzt per Gesetz auch verbrieft, nach Belieben ihre leibeigenen Bauern in die Rekrutenlisten zum Militärdienst einzutragen und bei Ungehorsam in die Zwangslager nach Sibirien zu verbannen.  
 
    Die einfachen Fronbauern-Leibeigenen, und sie stellten immerhin die Mehrheit der russländischen Bevölkerung dar, wurden nicht einmal als Menschen wahrgenommen, sondern zu „Seelen“ degradiert. In Sankt Petersburg, auf der „Blauen Brücke“ über die Fontanka, einem der Nebenarme der mächtigen Wasserstraße Newa, konnte man sie kaufen. Auf herumgetragenen Pappschildern wurden sie angeboten, wobei nur Leibeigene männlichen Geschlechts zählten. Die im Frondienst stehenden Frauen wurden einfach als Anhängsel zu den männlichen Fronbauern mitgerechnet. (Hierzu auch  bei Jurij Lotman, Träger des Humboldt-Forschungspreises der Alexander –von – Humboldt - Stiftung:
 „In der Garde akkumulierten sich jene Züge der Adelswelt, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts sichtbar wurde. Dieser privilegierte Kern der Armee, der Russlandtheoretiker, Denker, aber auch Trunkenbolde schenkte, verwandelte sich rasch in ein Mittelding zwischen Räuberbande und kultureller Avantgarde. Und es waren gerade die Trunkenbolde, die in Augenblicken des Aufruhrs sehr oft an der Spitze zu finden waren. So geschah es auch 1762, an einem wichtigen Wendepunkt in der russischen Geschichte, als Katharina II., damals noch die einfache Kaiserin Jekaterina Alexejewna, ihren Gatten Peter III. vom Thron stürzte und mit Hilfe ihres Liebhabers Grigorij Orlow und der wilden Gardenrotte den Thron bestieg.“ So Jurij M. Lotman in: „Russlands Adel“, Böhlau Verlag, 1997, S. 44).
 
      Im II. „Nordischen Krieg“(1700-1721), der für Schweden verloren ging, hatten die Herzöge von Schleswig-Holstein-Gottorf auf die „falsche Karte“ gesetzt. 1702 fiel Herzog  Friedrich IV. (1671-1702) als Befehlshaber einer schwedischen Reitereinheit im Kampf bei Krakau. Er war  mit der ältesten Schwester des Schwedenkönigs Karl XII. verheiratet und so mütterlicherseits Großvater des Kieler Prinzen Carl Peter Ulrichs, ab 1739 Herzog von Holstein- Gottorf und  von 1762  zugleich Zar/Kaiser Peter III. von Russland. Die Situation  nutzte Dänemark, um sich das Herzogtum  Schleswig anzueignen. Am 22. August 1721 ließ sich der dänische König Friedrich IV. im Stammschloss der Gottorfer zu Schleswig von der einheimischen Bevölkerung huldigen. Der Hof Gottorfer Herzöge war jetzt gezwungen,  nach Kiel auszuweichen. Herzog Karl Friedrich selbst  hatte sich bereits 1720 nach Riga begeben, um sich hier mit Zar Peter dem Großen und seiner Ehefrau, der späteren Katharina I., zu treffen. Sein Anliegen war, beim Zaren Hilfe gegen die Besatzung Schleswigs durch Dänemark zu suchen. Daraus wurde nichts, denn 1725 verstarb plötzlich Peter der Große. Aber  Karl Friedrichs wollte auch noch in Erfahrung bringen, ob er als Schwiegersohn für eine der beiden Töchter Peter des Großen in Betracht käme. Und hier hatte er Erfolg. Karl Friedrichs Vorhaben, sein Herzogtum durch Heirat mit den Romanows zu verbinden, konnte verwirklicht werden. Aus einigen Quellen geht hervor, dass der Herzog sogar sich in die ältere Tochter Peter des Großen, Anna Petrowna, verliebte habe, und da auch Anna seinem beherzten Werben gegenüber nicht gleichgültig geblieben sei, wurde an höchster Stelle beschlossen, dass die beiden heiraten  Die Trauung  wurde auf den 21. Mai festgelegt, nach Gregorianischem Kalender war es der 31. Mai 1725. Doch wie gesagt, plötzlich und unerwartet im Alter von sechzig Jahren verstarb Peter der Große. Und obwohl die angeordnete Abschiedstrauer nach der Überführung seines Leichnams zu der neuen Zarenruhestätte in der  Kathedrale der Peter-Paul-Festung zu St. Petersburg noch nicht verstrichen war, ordnete seine Frau, jetzt auf dem Zarenthron als Kaiserin Katharina I., dass die Trauung der beiden stattfinden konnte. Die Hochzeit fand mit großem Aufwand in St. Petersburg statt.                    
     
    Auch in Kiel,  in der Kirch St. Nikolai, wurde  am 8. Juli  1725 mit großem  Zeremoniell nachgefeiert, allerdings ohne Abwesenheit des Paares. Im in St. Petersburg geschlossenen Ehevertrag wurde unter anderem festgehalten, dass Anna Petrowna weiterhin ihren russisch-orthodoxen Glauben beibehalten darf, auch alle aus der Ehe entstammenden Töchter sollten nach russisch-orthodoxem Ritus getauft werden. Die Söhne dagegen nach  evangelisch-lutherischem Ritus.
 
     1727, nach nur zwei Jahre der Herrschaft, verstarb Katharina I. Noch zu Lebzeiten hatte sie verfügt, dass  nach ihrem Ableben den Zarenthron eines ihrer Enkel aus der Ehe ihrer Tochter Anna Petrowna mit Karl Friedrich zu erben hat. Da aber der Kieler Prinz, Carl Peter Ulrich, bei ihrem Ableben noch nicht geboren war, kam es dazu, dass auf Drängen der Vertreter aus dem altwürdigen Moskauer Bojarentum, aber auch wieder einmal durch beherztes Mitmischen Menschikows, des großen Machers und langjährigen intimen Freundes und Mitstreiters Peter des Großen, der noch minderjährige Enkel Peter des Großen aus der Linie seiner ersten Ehe auf den Zarenthron gehievt wurde, als Peter II.  Er war der Sohn von Alexej Petrowitsch, dem Sohn Peter des Großen aus seiner ersten Ehe mit Evdokija/Eudokia, den er als Thronfolger wegen grundtiefer Differenzen um die Zukunft des Russländischen Kaiserreichs  1718 hatte zu Tode foltern lassen. Nun waren die beiden unehelich geborene Halbschwestern aus der Verbindung Peters des Großen mit Marta Skawronskaja, ab 1725 – 1727 Zarin/Kaiserin als Katharina I., Anna Petowna  und die noch im Kindesalter sich befindende Jelisaweta Petrowna/Elisabeth, am Zarenhof nicht mehr gut gelitten;  und so traten, von  Menschikow genötigt, Herzog Karl Friedrich und seine bereits schwangere Ehefrau Anna Petrowna über die Ostsee die Reise nach Kiel an. Als die beiden mit Begleitung in mehreren Schiffen in Kiel eintrafen und hier  unter großem Jubel von der Bevölkerung begrüßt wurden, schrieb man  den 26. August 1727. Ein halbes Jahr später, in den Mittagsstunden zwischen zwölf und ein Uhr des 21. Februar 1728 (nach Julianischem Kalender am 10. Februar) kam  im Kieler Schloss der beiden Söhnchen  auf die Welt, der in der Kieler Schlosskapelle nach evangelisch - lutherschem Bekenntnis und sich  anschließendem großem Zeremoniell in der Kirche St. Nikolai auf die Namen  Carl Peter Ulrich getauft wurde. Bedauerlicherweise und zu großem Kummer des Herzogs Karl Friedrich verstarb bereits drei Monate später die im 20. Lebensjahr stehende Mutter (1708-1728), aller Wahrscheinlichkeit  an den Folgen einer verschleppten Tuberkulose. Nach einigen Tagen, bei  großer Anteilnahme der Kieler Bevölkerung,  wurde ihr Leichnam nach Petersburg überführt. Über den Verlauf der Ehe gibt es widersprüchliche Aussagen. Einerseits heißt es, sie wurde unter  politischem Kalkül eingefädelt und geschlossen, und Herzog Karl Friedrich sei kein liebender Ehemann gewesen. Anderseits wiederum wird von tiefer gegenseitiger Zuneigung der Ehepartner gesprochen, auch, dass Karl Friedrich der frühe Tod seiner Frau  tief getroffen habe. Und da er zur ihrer Erinnerung 1735 den Orden der hl. Anna stiftete, spricht doch dafür, dass die Ehe, wenn auch aus  politischem Kalkül zustande gebracht, gleichzeitig eine Herzensangelegenheit für beide Seiten gewesen  sein dürfte. Nachdem der  Kieler  Prinz Carl Peter, durch seine Tante, der Kaiserin Jelisaweta Petrowna/Elisabeth nach Petersburg gebracht und hier  unter dem Namen Peter/Pjotr Fjodorowitsch  zum Großfürsten und Thronfolger von Russland erklärt wurde, aber auch als ein Andenken an die von ihr geliebte Schwester, wurde der  Holstein-Gottorfer Orden ins russländische  Orden -und Medallienverzeichnis übernommen, als Orden der hl. Anna, und  seit 1814 in vier Abstufungen. 
 
      1739 starb auch Herzog  Karl Friedrich. Der Titel Herzog von Holstein-Gottorf zusammen mit allen Anderen, wie B. dem weiterhin bestehende Anspruch auf das Herzogtum Schleswig,  gingen jetzt auf  den  elf Jahre alten Carl Peter Ulrich über. Da er aber noch nicht volljährig war, wurde sein Onkel zweiten Grades, der Lübecker Fürstbischof Adolf Friedrich (1710-1771), zum Regenten und auch zum Vormund für ihn   bestellt  Dabei bot sich dem  Kieler Prinzen  auch noch der Anspruch sowohl die Nachfolge auf den  schwedischen Thron als auch auf den Thron des Zaren und Kaisers von Russland. Er war der Großneffe des Schwedenkönigs Karl XII., d.h. sein Großvater väterlicherseits hatte die älteste Schwester  Karl XII. zur Frau gehabt; mütterlicherseits  war er der Enkel des bedeutenden russländischen Zaren-Imperators, Peter des Großen,  bzw. der Neffe seiner  jüngeren Tochter Jelisaweta Petrowna/Elisabeth, die 1741 durch einen Palastputsch auf den  Zarenthron gehievt wurde. Die Erziehung des Karl Peter Ulrich war von Anfang an mehr auf die schwedische Erbfolge ausgerichtet. Dafür wurde für ihn ein in schwedischen Diensten seinerzeit gestandener Beamter bestellt, der  sadistisch-strenge Obermarschall Otto Friedrich Brümmer. Dieser von Carl Peter Ulrich verhasste Brümmer durfte ihn  auch noch nach Petersburg begleiten, obwohl er, so jedenfalls will es die Überlieferung, seinem Zögling von Anfang an  versucht hätte, Verachtung für alles Russische einzuimpfen.. In Petersburg wurde Brümmer dann doch  von der Zarin Elisabeth durch das Akademiemitglied  zu Petersburg, Jacob Stählin, (1709-1785) ausgewechselt.
Stählin war in Memmingen geboren und hatte in Leipzig studiert. (Ironie des Schicksals: die Preußische Akademie der Wissenschaften zu Berlin war zu jener Zeit überwiegend von Franzosen besetzt, in der Akademie von Petersburg hatten die Deutschen das Sagen).
 
    Stählin nahm sich mit viel Einfühlungsvermögen des ohne Eltern aufgewachsenen und von Brümmer gequälten jungen Carl Peter Ulrich, nun Peter Fjodorowitsch, an. Man bedenke, im Alter von 14 Jahren wurde er in ein ihm absolut fremdes Land geschickt, um hier dann auf die Pflichten eines Thronfolgers getrimmt zu werden. Bei der Prüfung, der nach dem Willen der Kaiserin-Tante Peter sich zu unterziehen hatte, stellte Stählin  große Wissenslücken der französischen Sprache sowie des französisch geprägten Kulturlebens fest, bescheinigte ihm aber ein ausgeprägtes Gedächtnis, Begabung für Formen von Gegenständen und eine leidenschaftliche Neigung fürs Militärische. (Hierzu: „Die Gottorfer auf dem Weg zum Zarenthron“ -  eine russisch-schleswig-holsteinische Archivausstellung, 1997).     
   
     Da die Zarin Jelisaweta Petrowna unverheiratet und kinderlos geblieben war, offiziell jedenfalls,  hatte sie es eilig, auch im Gedenken an  ihrer Mutter, der Zarin  Jekatarina/Katharina I., bereits 1742 ihren 14 Jahre alten Neffen, den Herzog von Holstein-Gottorf  Carl Peter Ulrich nach Petersburg kommen zu lassen, um per Manifest  am 7. November des selben Jahres ihn zum Großfürsten und Thronfolger erklären zu lassen. Die Begründung lautete:
„Allergnädigst bestimmen wir als den Erben unseres kaiserlichen Throns unseren allerliebsten Neffen, den Sohn unser kaiserlichen Schwester seligen Andenkens, Zarevna Anna Petrovna, seine königliche Hoheit den regierenden Holsteinischen Herzog als den unseren Blutes nach Nächsten.“
 Einen Tag später leisteten die Untertanen des Russländischen Kaiserreichs auf den Kieler Carl Peter Ulrich, nun den Thronfolger  und Großfürst Peter/Pjotr Fjodorowitsch, den Eid.
(Ihr langjähriger Geliebter war der aus dem einfachen Volk stammende Alexej Rasumowskij, später Graf; es wird vermutet, dass sie mit ihm auch kirchlich getraut war. Vor seinem Tod hat Rasumowskij die ganze intime Korrespondenz mit Elisabeth vernichtet)
 
     Im Februar 1726 hatte die Kaiserin Katharina I. den „Obersten Geheimen Rat“ ins Leben gerufen, der von nun die Nachfolge auf den Zarenthron zu bestimmen hatte, und gleichzeitig ihn darauf eingeschworen, dass die Nachfolge auf den Zarenthron dem Erstgeborenen aus der Ehe ihrer Tochter Anna Petrowna mit dem holsteinisch-gottorfschen Herzog Karl Friedrich gehört. Dem „Obersten Geheimen Rat“ gehörten an: Fürst Menschikow, ihr Geliebter aus ganz frühen Zeiten und „Herzensfreund“ ihres späteren Ehemannes Peter des Großen, der Generaladmiral Graf Apraksin, der Staatskanzler Graf Golowkin, Graf Tolstoj, Fürst Golyzin und Baron Ostermann. Einen Monat später wurde seine Zahl durch die Neuernennung ihres bereits verwitweten Schwiegersohns, des Herzogs von Holstein-Gottorf, Karl Friedrich erweitert.      
 
     Mit der Erklärung des holsteinen-gottorfschen Prinzen zum Thronfolger „aller Reußen“ war Eile geboten, denn Kaiserin Elisabeth hatte  zu befürchten, dass der „Kieler Jung“ ihr  von Schweden  weggeschnappt werde. War er doch die einzige verbliebene männliche Person, in deren Adern, wie es im o. g. Manifest zum Ausdruck gebracht wurde, Blut der Romanowschen Zarendynastie floss. Und in der Tat, am 15. Oktober 1742 wurde Carl Peter Ulrich in Schweden zum Thronfolger gewählt. Da er sich inzwischen bereits in Petersburg befand und zum russisch-orthodoxen Glaubensbekenntnis gewechselt hatte, als Peter/Pjotr Fjodorowitsch, schlug er die die  schwedischen Thronfolge aus.    
 
     Die Reise von Carl Peter Ulrich nach Petersburg sie wurde vorbereitet durch Nikolaj A. Korff,  General und russländischer Botschafters in Dänemark. Er begleitete die Reise auch. Sie bestand aus einem Tross mit mehreren Wagen, die ab der Grenze zu Russland durch Schlitten  ersetzt werden mussten  Denn hier herrschten bereits winterliche Verhältnisse mit Schneeverwehungen. Die Pferde hatten alle Mühe voranzukommen, die Reisenden mussten wegen der unwirtlichen Witterungsverhältnisse ihre Gesichter unter schweren Decken schützen.  
    Fast gleichzeitig wurde von der Kaiserin Elisabeth auch die in Schwerin geborene deutsche Prinzessin Sophie Friederike Auguste von Anhalt-Zerbst nach Petersburg eingeladen, mit der Absicht, sie mit dem Thronfolger zu verheiraten, was dann auch geschah. Sophie Friederike kam nach Petersburg zusammen mit ihrer Mutter.  Schwester des Fürstbischofs von Lübeck, Adolf Friedrich.
 
     Nach dem Verzicht Carl Peter Ulrichs, jetzt als Großfürst und Thronfolger des Russländischen Imperiums Peter/Pjotr Fjodorowitsch, auf die schwedische Erbefolge, wurde zum Thronfolger der  Fürstbischof Adolf Friedrich bestellt, übrigens auf Anraten von Kaiserin Elsabeth.
 
     Die Hochzeit des Kieler Prinzen mit Sophie Friederike Auguste fand 1745 statt, nachdem beide zum  russisch-orthodoxen Glauben gewechselt hatten. Wie bereits erwähnt erhielt Carl Peter Ulrich als jetzt als Großfürst und Thronfolger von Russland den neuen Taufnamen Pjotr/Peter Fjodorowitsch, und aus der ihm angetrauten Sophie Friederike Auguste wurde Jekaterina/Katharina Alexejewna. Der Bräutigam befand sich im Alter von 17 Jahren, die ihm angetraute Jekatarina Alexsejewna  war ein Jahr jünger (1729-1796). Übrigens, das ganze Vorhaben geschah auf Vermittlung des Preußenkönigs Friedrich des Großen.
   
     Kaiserin Elisabeth/Jelisaweta Petrowna verstarb im Dezember 1761( nach Gregorianischem Kalender war es  der 5. Januar 1762). Tags darauf  wurde der Großfürst Pjotr Fjodorowitsch, alias Carl Peter Ulrich,  zum  „Zar/Kaiser (Russländischer Imperator/Rossijskij Imperator) als  Peter III./Pjotr III. ausgerufen. ( Zar Peter I., der Gruße genannt, hatte 1721 verfügt, dass das  von den Moskauer Fürsten und Zaren geprägte Moskauer/Moskowiter  ostslawische Zartum/Zarstwo nach dem für die Russen siegreich verlaufenen Nordischen Krieg in ein Kaiserreich/Imperium umbenannt wurde (Rossijskaja Imperija, das  Ende des 19. Jh.  22,4 Millionen Qkm umfassten.             
 
„Russland, dieses schöne Reich,
Würde mir vielleicht behagen,
Doch im Winter könnt ich dort
Die Knute nicht ertragen.“,
 
So H. Heine über Russland  1830.
 
     Peter III. wollte das  ändern, wollte kein Alleinherrscher/Samoderzhvec „aller Reußen“ bleiben. Mit viel Mut und  in einem Turbotempo versuchte er seinem  riesigen euro-asiatischem Reich  ein mehr  europäisches Gesicht zu geben..( Als der „Zar-Befreier“, Aleksandr II., durch einen Anschlag aus dem Umkreis der Bewegung des der so genannten  Volksbefreier/Narodovol’cy 1881 in die Luft gesprengt wurde, zählte das Zarenreich bereits 126  Millionen Untertanen, darunter 1,7 Millionen Deutsche).  
 
    Wie sich zeigen sollte, hatte Peter III. sich zu viel vorgenommen, war bei der Umsetzung seiner Reformen zu ungeduldig, vielleicht auch zu gutgläubig vorgegangen, hatte die über Jahrhunderte verkrusteten Bedingungen und den Umgang  den einzelnen Gesellschaftsschichten miteinander richtig einzuschätzen vermocht - die bereits damals dominierende Schicht des Adels, die sehr dünne Schicht städtischen Bürgertums (überwiegend bestehend aus  Kaufleute alten Schlags/Kupečestvo) sowie die Problematik, in Zusammenhang mit der Leibeigenschaft. Vielleicht hat ihm zur Durchsetzung seines Vorhabens aber auch von Natur aus  die dazu  notwendige Härte gefehlt? (Russische Sprichwörter in dieser Richtung lauten wie z. B.: Fährst du langsamer, so kommst du weiter! Sieben Mal mäßen, einmal schneiden! Was dem Russen nicht bekommt, daran stirbt der Deutsche!). Es geschah, dass all jene Ukase/Befehle-Anordnungen, gedacht zur Abfederung der Härten der Leibeigenschaft, zur  Erweiterung der Endscheidungsfreiheit des Einzelnen, für religiösen Toleranz, sich  in Schall und Rauch auflösten, und letztens Peter III.  mehr geschadet haben mögen, als das  Sonderfriedensabkommen mit  Preußen, das von seiner Nachfolgerin, der Kaiserin Katharina II. und ihren Zuarbeitern als ein Kniefall vor dem Preußenkönig umgedeutet und so auch in die Geschichtsschreibung Russlands sowie in die der Sowjetunion übernommen wurde. Dass diese Legende nicht der Wahrheit entsprach, dafür steht zu aller erst die Tatsache, dass auch Katharina II. letztlich  mit Friedrich II. Frieden schloss und die  russländischen Streitkräfte aus Preußen abziehen ließ. Das mit Preußen  abgeschlossene Sonderfriedensabkommen hatte vielleicht, wie oben bereits erwähnt, Preußen vor dem Zusammenbruch bewahrt, hat aber auch die Basis zur Beendigung des mörderischen „Siebenjährige Krieges“, der bereits damals als Weltkrieg gesehen wurde, gelegt, in dem das Russländische Kaiserreich kein besonderes Anliegen zu verteidigen hatte, sondern sich vor den Wagen  Frankreichs und  Österreich sich hat spannen lassen.
 
    Die Verhandlungen über einen Waffenstillstand mit Preußen liefen zunächst  nicht gradlinig. Peter III. versuchte hier  in erster Linie  freie Hand gegenüber Dänemark zu bekommen, das den Gottorfern  seit 1721 das Herzogtum Schleswig geraubt hatte. Seit ihm als Zar/Kaiser von Russland gehörte Schleswig-Holstein-Gottorf  gewissermaßen zum Hoheitsgebiet des Russländischen Kaiserreichs, zumindest zu seinem Einflussgebiet. Doch verhielt sich  Friedrich II. in den Verhandlungen was Dänemark betraf nicht eindeutig. Einerseits war ihm Russlands  drohende Haltung gegenüber Dänemark recht, anderseits aber wollte er eine militärische Auseinandersetzung zwischen Russland und Dänemark vermeiden.
   
    In seiner nur ein halbes Jahr angehaltenen Regierungszeit hatte Peter III. 220 Erlasse, Manifeste und Verordnungen verfügt, unter ihnen 14  Manifeste, wie z. B. die  zwei  von großer Bedeutung:  „Über die Aufhebung der Dienstpflicht für den ganzen russländischen Adel“ und  „Über die Auflösung der Geheimen Kanzlei“, einer Einrichtung, die mit dem KGB aus Zeiten der UdSSR verglichen werden könnte. Verordnung,, die Folter untersagte,  zur „Aufhebung der  Folter“ und  mehrere Erlasse zur Enteignung  von  Eigentum an Latifundien der russisch-orthodoxen Kirche. Eine Verordnung, die die Altgläubigen/Starovery  vor Verfolgung schützte.
 
     2008 waren es 280 Jahre seit der Ermordung Peter III.  Praktisch bis hin zur Auflösung der Sowjetunion wurde ein Bild aufrechterhalten, das ihn als unfähigen Herrscher darstellt, teilweise auch als Zaren, der Russland als ein Nebenland von Holstein-Gottorf zu regieren versucht hat. Auch in den  gängigen Standartwerken zur russischen/russländischen  Geschichte, die nach dem Krieg in der Bundesrepublik erschienen sind, wurde dieses Bild übernommen, wie z.B. in „Russische Geschichte“ von Günther Stöckel, in der dreibändigen „Geschichte Russlands“ von Valentin Gittermann, in Hans von Rimschas „Geschichte Russlands“. Bei H. von Rimscha ist über den Putsch und Ermordung  Peter III. sinngemäß wie folgt zu lesen:
Der Putsch gegen Zar Peter III. hat keinen Tropfen Blut, aber viel Schnaps gekostet, den Katharina II. an die Garde verteilen ließ und den sich die Soldaten, durch das freudige Ereignis ermutigt, auf dem Weg zum Putsch durch Plünderungen der Weinhandlungen in solchen Mengen beschafften, dass die Kaiserin zwei Jahre später den so geschädigten eine Abfindung in Höhe von 34.300 Rubeln – damals eine ungeheuere Summe – zusprechen musste. Nach Beendigung der eigentlichen Putsch-Aktion floss dann doch noch Blut. Und weiter: Ohne viel Gegenwehr habe Peter am 29. Juni 1762 die ihm vorgelegte Abdankungserklärung unterschrieben, mit der er sich einverstanden erklärte „weder als Alleinherrscher/Samoderžavec  noch in irgendeiner anderen Form das russische Reich regieren zu könne“. Anschließend habe er gebeten, ihm seinen Mops, seine Geige und seine Geliebte zu lassen, und ins Ausland, in seine Heimat Holstein, ausreisen zu dürfen. Den Mops und die Geige habe seine Ehefrau, Katharina, ihm zugestanden. Doch ins Ausland ausreisen ließ sie ihn nicht, sondern verfügte, ihn auf das kaiserliche Jagdschloss Ropscha bei Sankt Petersburg zu internieren. Hier wurde er in einem karg bestellten Raum unter Wache gestellt. In mehreren Briefen, die er in diesen Tagen an seine Frau gerichtet hat, beschwerte er sich über die unwürdige Unterbringung, ohne Toilette, ohne  Möglichkeit sich zu waschen.
 
     In all den oben erwähnten Werken zu russischen/russländischen Geschichte,  wo es um die Absetzung  Peters III. geht, wird von einem Putsch, Palastputsch, sogar von einer Damenrevolution gesprochen. In Wirklichkeit war es ein Mordkomplott, das die fünf Orlow-Brüder zusammen mit einer Schar von Trunkenbolden aus der Garde russischer Offiziere mit Wissen Katharinas durchgeführt haben. Grigorij Orlow war zu dieser Zeit ihr Geliebter. Von ihm hatte sie am 11. April 1762 auch einen Sohn zur Welt gebracht, den späteren Grafen Alexej Bobrinskij. Über diese Beziehung seiner Frau war Peter III. unterricht, hatte aber, wie sich herausstellen sollte, rechtzeitig mit Konsequenz dagegen vorzugehen.
 
    Wie Zar Peter III. letztlich ums Leben gekommen ist, bleibt für alle Zeiten im Dunkeln. Immer wieder wurde davon ausgegangen, dass der damals 25 Jahre alte Alexsej Orlow, der Bruder von Grigorij Orlow, ihn persönlich zu Tode gewürgt  habe. Er hatte auch den Ukas zur  Bewachung Peters III. übertragen bekommen. In mehren Briefen an die inzwischen zur Kaiserin erklärte  Katharina II. hatte  er über das Verhalten und letztlich das Ableben  Peter III. Bericht erstattet. In einem dieser Briefe vom 2. Juli 1762 hat es geheißen: „Das Scheusal ist krank geworden. Ich fürchte, er könnte sterben. Aber ich fürchte noch mehr, er könnte wieder aufleben.“  Und dann im nächsten Brief vom 6. Juli 1762: „Matuschka, barmherzige Kaiserin! Wie soll ich’s  erklären, beschreiben, was geschehen ist. Nichts wirst Du deinem treuen Knecht glauben, aber vor Gott werde ich die Wahrheit sagen. Matuschka! Ich bin bereit zum Tode, aber ich weis selbst nicht, wie das Unheil geschehen ist. Wir sind verloren, wenn Dun nicht Gnade für uns hast. Matuschka! Er weilt nicht mehr auf der Welt…..“ (Matuschka, wörtlich übersetzt – Mütterchen, wohlgemerkt,  zu der Zeit befand sich Katharina II. im 34. Lebensjahr). Die Briefe sind im Original nicht mehr vorhanden. Peters Sohn, seit 1796 – 1801 als Kaiser Paul I./Pavl I Petrowitsch, hat sie eigenhändig vernichtet. (Hierzu G. v. Rimscha: „Geschichte Russlands“, 1970)
   
    Elena Palmer durch ihre akribischen Forschungen über Zar Peter III. („Peter III.- Der Prinz von Holstein“, Sutton Verlag, 2005) ist jedoch  zum Ergebnis gekommen, dass den entscheidenden Würgegriff, der zum Tode des Exkaisers geführt hat, der Komponist Georgij N. Teplow getan haben muss, der zusammen mit dem Schauspieler Fjodor G. Wolkow von Anfang an am Tatort des Geschehens zugegen war.
 
    Es ist wohl davon auszugehen, dass Katharina II. den Mord an ihrem Ehemann nicht verfügt und letztlich auch nicht gewollt hat. Aber die Mörder wurden auch nicht zu Rechenschaft gezogen, sondern sind von ihr als Kaiserin mit Auszeichnungen und allerlei Vergütungen überschüttet worden. Am 6. Juli hatte  Katharina II. ein Manifest herausgebracht, in dem sie die Absetzung Peters III. zu rechtfertigen versuchte; und als dann die Nachricht vom Ableben des Exkaisers eingetroffen war, ließ sie ein Communique fabrizieren, durch welches dem Volk verkündet wurde, dass der Exkaiser, wie schon öfters, einen hämorrhoidalen Anfall erlitten habe und ungeachtet aller nur erdenklichen ärztlichen Hilfe einer äußerst akuten Kolik zum Opfer gefallen sei. Bei der der öffentlichen Verkündigung dieses Communiques spielte sie mit Tränen überströmtem Gesicht die von Schmerz gepeinigte Witwe.                        
 
    Inzwischen beginnt die Bewertung  Peter III. als Zar/Kaiser von  Russland sich auch in den öffentlichen Darstellungen über ihn zu wandeln. In deutschen Darstellungen sei hier nochmals auf die bereits oben erwähnte Arbeit „Peter III. – Der Prinz von Holstein “ von Elena Palmer hingewiesen; aber auch auf den Artikel „Zar Peter III., gottorfscher Herzog und russischer Großfürst“ von Svetlana Dolgova und Marina Osekina zum Katalog zur Ausstellung „Die Gottorfer auf dem Weg zum Zarenthron“, Schleswig 1997. Auf russischer Seite ist es vor allem der bekannte Historiker Alexej Mylnikow/A. Mylnikov, der  die von Katharina II. und ihren Handlangern seinerzeit gestreuten Unterstellungen und Lügen nicht mehr bereit ist  kritiklos zu übernehmen und weiterzuleiten. In seinen Forschungen über Peter III., die für den Russisch kundigen Leser vorliegen - als Buch, Mylnikov A.S.: „Pëtr III“, 2002, und „Povestvovanie v dokumentach“, Molodaja gvardija, 2009, ISBN 978 5-235 03244-6, zu bestellen über Michael Ebstein/slavic-books-export, Guardinistraße 162, 81375 Muenchen Deutschland. Mylnikow geht hier der Frage nach, in welchem Verhältnis die aus jenen Jahren immer wieder weitergereichten Unterstellungen  zur Wirklichkeit stehen. Im  Kapitel  „ Zar Peter III. – ein zufälliger Gast oder der große Reformer?“ des Buches „Pëtr III“ geht Mylnikow solchen Behauptungen  nach, wie z. B.,  Peter III. sei lebenslang ein Kind geblieben und habe sich kindisch gebärdet. Anstatt sich ernsthaft mit der Problematik seines Riesenreichs auseinanderzusetzen, habe er die Zeit mit Puppenspiel, mit Kasperltheater und mit dem Drill seiner holsteinischen Hofgarde vergeudet.
 
    Vielleicht ist auch etwas davon wahr? Wahr, so Mylnikow hier, ist aber auch, dass er bereits als Thronfolger sich ernsthaft mit Musik und Malerei beschäftigt habe und  seine Fertigkeit im Geigespielen, die er sich von den am Zarenhof  in Brot stehenden  italienischen Musikern hat vervollkommnen lassen, so gut gewesen seien, dass er als Geigenspieler im Orchester zur Aufführung von Opern  am Hof  ohne Weiteres mithalten konnte – so nach Berichten seines Erziehers in Petersburg, des oben bereits erwähnten Akademikers Jacob von Stählin. Auch ein Bücherwurm sei er gewesen. Im Schloss Oranienbaum, das ihm als Thronfolger-Residenz von seiner Tante, der Zarin Jelisaweta Petrowna, zu Verfügung gestellt wurde, hatte er ein „Haus der Bilder/Kartinnyj dom“, d. h. eine art Bildergalerie einrichten lassen, u. a. mit Werken von Tiziano, Veronese, Watteau;  hatte hier einen Konzertsaal  und ein Operntheater errichten lassen sowie eine Schauspielerschule gegründet. Im Kapitel des Buches „ Drei Schritte zur bürgerlichen Gesellschaft“ setzt sich Mylnikow mit den Manifesten  „Über die Aufhebung der Dienstpflicht für den russländischen Adel“ sowie „Über die Auflösung der Geheimen Kanzlei“ auseinander, und mit den Erlassen und Verordnungen zur Verstaatlichung von Latifundien der russisch-orthodoxen Kirche.   
 
     Aber auch woanders, z. B. in  russischen Internetseiten,  wird die kurze Regierungszeit Peters III. heute anders geschildert. Über das Sonderfriedensabkommen im „Siebenjährigen Krieg“ mit Preußen, mit dem Zar Peter III. von russischer Seite bis zur Auflösung der Sowjetunion  als ein Handlanger Friedrich des Großen in Verbindung gebrandmarkt wurde, ist in den russischen Internetseiten sinngemäß wie folgt zu lesen:
Zar Peter III. beendete den für Russland unnötigen Krieg mit Preußen und schloss mit einem der herausragendsten Heeresführern Frieden. Der „Siebenjährige Krieg“ entsprach nicht den Interessen Russlands. Die in diesem Krieg kämpfenden russischen Soldaten dienten hier nur als Kanonen-futter für das Anliegen Frankreichs und Österreichs.
 
    Zusammen mit Mitarbeitern aus seiner Umgebung, wie dem Kanzler M. I. Woronzow, dem Feldmarschall und Fürsten N. J. Trubezkoj , dem aus der Verbannung zurückgeholten Münnich und anderen wurde ein umfangreiches Programm zu Reformen erarbeitet, durch das Russland auf gleiche Augenhöhe zu den anderen  herausragenden Staaten Europas  gebracht werden sowie  den Untertanen des Reichs ein menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen sollte.. Dieser Zar hat in seiner nur ein halbes Jahr angehaltenen Herrschaft für Russland bis dahin nicht gekannte liberale Gesetze/Manifeste erlassen. 
 
 
                                      W. Toerner, Juni  2009

Der Autor:

Wolfgang Toerner M. A.
Studiengang - Slavische Philologie, Osteuropäische Geschichte, Mittlere und Neuere Geschichte an den Universitäten Vilnius/Litauen, Münster in Westfalen und Kiel. Von 1971 bis 1998 Leiter des Fachbereichs Fremdsprachen an der VHS der Landeshauptstadt Kiel. Eigenständige päd. Arbeit, wie z. B.  Leitung von Sprachkursen in Russisch und Litauisch., Vortragsreihen zur Geschichte Russlands, Litauens, Ostpreußens sowie zur russischen Literaturgeschichte.