Der Vorstand:


Vorsitzender: Jörg Ulrich Stange

Stellvertretende Vorsitzende: Marlies Rist

Stellvertretender Vorsitzender: Olaf Studt

Schriftführer: Martin Schulz

Schatzmeister: Konstantin Arnaut

 

 

Das Buch

Elena Palmer (2005) Peter III. Der Prinz von Holstein. Sutton: Erfurt. ISBN 3-89702-788-7

- Link: http://www.amazon.de/Peter-III-Prinz-von-Holstein/dp/3897027887

 

Wie alles begann…

 

Angefangen hat alles im Jahr 2002, als Elena Palmer, eine Journalistin russischer Herkunft, als Auslandskorrespondentin einer amerikanischen TV Produktionsgesellschaft nach Kiel kam um hier Material für ihre Berichte über die Ostsee-Region zu sammeln. Zu dieser Zeit wurden in Russland und in den USA schon seit einigen Jahren Nachforschungen über den aus Kiel stammenden russischen Zaren Peter III. angestellt, denn es bestanden schon immer Zweifel, ob der verunglimpfte Herzog von Holstein-Gottorf tatsächlich so ein schlechter Mensch war, wie man ihn aus zahlreichen negativen Schilderungen zu kennen glaubt. Unbestreitbare Fakten über Peter III. zeichnen nun ein ganz anderes Bild von dem letzten holsteinischen Herzog, dessen Leben so tragisch und früh durch seine Rivalen beendet wurde.

Trotz dieser eindeutigen Evidenz ist bei uns in Deutschland immer noch die alte offizielle Version über das Leben und Lebenswerk des unglücklichen Holsteiner Herzogs präsent. Man redet hier nicht wirklich gerne über ihn, so als ob man sich dafür schämen müsste, ihn als Landsmann zu haben.

Dass der Herzog während seiner Herrschaft in Russland progressive Reformen in Gang gesetzt hat, ist eine wissenschaftlich nachgewiesene Tatsache. Nur wie konnten solche progressiven Ideen im Kopf eines „Nichtsnutz“ und „Holsteinischen Säufers“ geboren werden? Etwas scheint mit diesem gesamten Geschichtsbild nicht zu stimmen, und genau diese Ungereimtheiten sind wahrscheinlich der Ursprung unseres beständigen Schweigens.

Aber was wäre, wenn Peter III. gar kein „Nichtsnutz“ und „Säufer“ gewesen wäre? Was wäre, wenn die gesamte offizielle Version über diese Zeitperiode in der gemeinsamen deutsch-russischen Geschichte nichts als Schwindel gewesen wäre, der das Vertrauen der Menschen an offizielle Dokumente geschickt ausgenutzt hat?

Diesen Fragen und deren Beantwortung hatte sich Elena Palmer angenommen und mit ihren Recherchen begonnen. Sie wollte nicht nur herausfinden was Peter III. gemacht hat, sondern auch was für ein Mensch er in Wirklichkeit gewesen ist. Ihr großer Vorteil war natürlich, dass sie sich in Kiel, sozusagen an der Quelle der Informationen, befand. Beispielsweise begann sie ihre Arbeit im Kieler Stadtarchiv, wo bereits der erste überraschende Fund auf sie wartete. Sie entdeckte dort die Aufzeichnungen des Kieler Bürgers Herr Kozschitzky über seinen direkten Vorfahr Pastor Hosmann, den Lehrer und Erzieher des kleinen Peters. Durch diese einzigartige primäre Quelle erhielt Elena Palmer Einblicke in Peters Kindheit, die klar und deutlich den höchsten Bildungsgrad des „Nichtsnutzes“ beweisen, sowie auch über seine Lerngier, seinen mutigen Charakter, seine Liebe zur Heimat und die Bereitschaft sie zu beschützen.

 

Dank ihrer Kenntnisse in sowohl Alt-russischer als auch Alt-deutscher Sprache hatte sie Zugang zu bisher nicht oder nicht korrekt gelesenen Dokumenten in deutschen und russischen Archiven. Ein Beispiel für ihre Arbeit ist die folgende Entdeckung: Aus einem historischen Buch wird in vielen anderen Geschichtsbüchern zitiert, dass der russische Zar Peter III. sehr unreif und kindisch sei und während seiner Zeit als Kronprinz anstatt sich für seine kaiserlichen Pflichten vorzubereiten, seine ganze Zeit mit seiner „Spielzeug Armee“ verbrächte und – was für ein „infantiler, irrsinniger Soldafon!“ -  „für sein eigenes Amüsement mit lebendigen Menschen, wie mit Marionetten spielte, um Spaß zu haben.“

Und obwohl der Begriff „Spielzeug-Armee“ von Anfang an sehr rätselhaft klingt und überhaupt nur in Bezug zur russischen Geschichte zu finden ist, hat sich keiner der Historiker die Mühe gegeben, den Begriff genauer zu untersuchen und seinen wahren Inhalt zu verstehen. Und so wurde die oben genannte Behauptung über Peters angebliche unseriöse Spielleidenschaften einfach so hingenommen und weitergegeben. Elena Palmer aber konnte mit ihren Alt-russisch Kenntnissen aufdecken, dass diese Behauptung nichts weiter als das Ergebnis eines linguistischen Fehlers ist. Das russische Wort „Potecha“ hat in Alt-russischen und in Neu-russischen verschiedene Bedeutungen. Und zwar bedeutet es im Neu-russischen „Spiel“, im Alt-russischen bedeutet es aber eben nicht „Spiel“, sondern „Nahkampf“. Wenn also alte russische Quellen aus dem 17. und 18. Jahrhundert über den „Potecha“ oder die „Potesch’naja Armee“ berichten, meinen sie damit „Nahkampf“ und eine „Nahkampfarmee“. Die Armee, mit der Kronprinz Peter seine Zeit verbrachte, war also die russische Infanterie, und die „Spielchen, die er mit Soldaten trieb, um Spaß zu haben“, waren Übungsmanöver. Und es muss wohl jedem klar sein, dass er damit gerade seine kaiserliche Pflicht erfüllte. Wenn man noch die Tatsache in Betracht zieht, dass in Europa gerade der 7-jährige Krieg herrschte (den Peter übrigens als sinnlos und räuberisch bezeichnete und sofort beendete sobald er an die Macht kam), war seine Beschäftigung mit der russischen Armee eher ein Zeichen seines reifen und cleveren politischen Verstandes und ist bei Weitem nicht als „kindisch“ oder „unreif“ zu bezeichnen.

Solche und ähnliche Entdeckungen ergaben sich in der Arbeit von Elena Palmer immer wieder. Das Ergebnis dieser ausgiebigen und eingehenden Recherchen ist ein sehr überzeugendes und klares Bild von Zar Peter III., das ihn als einen gebildeten, weitsichtigen Herrscher, mutigen Reformer und eine vielseitig talentierte Person zeigt, die als Opfer einer Verschwörung in der kaiserlichen Familie, fast wie in einem Drama von Shakespeare, getötet und später auch noch verunglimpft wurde. Dieses Bild hat Elena Palmer sehr geschickt und anschaulich in ein Buch verpackt, das nicht nur als historisches Fachbuch, sondern auch als mutige bürgerliche Tat zu schätzen ist. Denn es ist das erste und bis jetzt immer noch einzige Buch in deutscher Sprache, das sich diesem Tabuthema widmet und der offiziellen Darstellung ohne wenn und aber direkt widerspricht.

„Denn es geht mir ausschließlich darum, dass die Wahrheit über Peter III. auch in Deutschland, seinem Heimatland, bekannt wird“, so Elena Palmer 

Wohl nicht umsonst wurde schon vor 250 Jahren folgende geheimnisvolle Prophezeiung gemacht:

„Peter der Dritte wird auferstehen, um Ehre und Vergötterung zu tragen. Und nur wenige wird es erstaunen“.

(Schleswig-Holsteinisches Landesarchiv, Autor unbekannt)

Vielleicht ist die Zeit dazu nun endlich gekommen?

 

Wenn auch Sie wissen möchten, womit Peter III. unsere Ehre und Anerkennung verdient hat, finden Sie in diesem Buch die Antworten.

Text: Elena Palmer